Bericht 1 Südamerika zum Dritten (2015/16)
„Opamobil“ unterwegs in Südamerika

 

Beschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:verkleinert neu:01 .jpgDas fängt ja gut an! 50 Kilometer vor Hamburg - Sensibelchen blinkt rot und geht in den Notbetrieb. Noch ist Zeit genug für einen Schlenker zur Iveco-Werkstatt in Hamburg. Die löschen einfach alle Fehler, machen einen Testlauf. Alles in Ordnung. Also weiter zum gemütlichen Nachtplatz zwischen all den LKWs vor dem Abfertigungs-Terminal am Hafen. Am nächsten Morgen mit den Nummernschildern zum „Landesbetrieb Verkehr“, Auto abmelden, warten und gerade noch rechtzeitig zurück um gegen 10 h im Corso mit den 4 anderen Wohnmobilen zur „Grande Africa“ geleitet zu werBeschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:verkleinert neu:03 .jpgden. An Bord kennen wir uns aus, 2011 sind wir mit demselben Schiff gefahren, damals nach Buenos Aires, jetzt geht’s nach Montevideo. Heute wie damals in allen Kabinen dreckige Wände, dreckige Fußböden, fleckige Sessel. Also erst einmal einrichten und putzen.

Leichter Regen begleitet das Ablegen, noch ein Blick über die Stadt zum Michel und zur (teuren) Elbphilharmonie und dann noch fast endlos durch 20 Quadratkilometer Hafenanlagen in die Nordsee.

Am Abend die erste Gelegenheit die Mitreisenden Beschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:klein 2:08_resize.jpgkennenzulernen. Wir sind eine bunte Truppe: zwei Schweizer Pärchen, eines hat fünf Jahre in Brasilien gearbeitet, von dem anderen hat er viele Jahre in ArgBeschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:klein 2:18_resize.jpgentinien gelebt. Die beiden Österreicher waren Weltenbummler, die irgendwann in Namibia geblieben sind, und außer uns ist noch ein Deutscher an Bord mit einem Wohnmobil in der Größe eines Reisebusses. Wir haben uns viel zu erzählen, die Stimmung ist bestens. Nur bedauern wir, dass es zum unerwartet guten Essen nur Wasser gibt. Wir erzählen von unseren zwei vorherigen Atlantiküberquerungen, wo immer Wein zu den Mahlzeiten gehörte. Angeblich hat der Kapitän angeordnet, dass wir keinen Wein bekommen. Wir also zum Kapitän und um Wein gebeten. Der wird fuchsteufelswild, droht uns für den Rest der Reise aus Sicherheitsgründen in die Kabinen zu verbannen oder uns im nächsten Hafen aufzufordern das Schiff zu verlassen. Von einem Mannschaftsmitglied hatten wir schon gehört, der Käpt’n sei „bullshit“ – scheint zu stimmen. Am nächsten Tag schickt er zwei seiner Offiziere zu einem Meeting mit den Passagieren. Dabei hagelt es Verbote. Zwischen die Essbereiche für Passagiere und Offiziere wird ein Vorhang gezogen. Betreten des Offiziersbereichs verboten. Wir werden nicht gegrüßt, man behandelt uns wie lästige Insekten. Das reicht, wir beschweren uns schriftlich bei SeaBridge, unserem Vermittler, und bei Grimaldi, der Gesellschaft. Tröstlich ist, dass in Antwerpen ein Kapitänswechsel stattfinden wird. Kapitäne und Offiziere sind übrigens Bulgaren, die einfachen Crewmitglieder sind Philippinos. Insgesamt sind 28 Mannschaftsmitglieder an Bord.Beschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:klein 2:12_resize Kopie.jpg

Beschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:klein 2:15_resize.jpgErster Hafen ist Tilbury, ein trübes Nest – Nieselregen. Kein Landgang. Dann Antwerpen, aber vorher noch Probleme mit der Maschine, wir fahren nur noch etwa 20 km/h statt wie vorher  30.

In Antwerpen haben wir die Gelegenheit zum Landgang per (teuren) Taxifahrten in die sehr sehenswerte Stadt. Die Zeit reicht nur für einen Bummel über den Marktplatz mit seinen imposanten Bauten, durch die Gassen der Altstadt, den Besuch der Liebfrauenkirche mit ihren zahllosen Kunstwerden (auch Gemälde von Rubens hängen hier) und eine Stadtrundfahrt. Aber es ist eine Stadt zum Wiederkommen.

Am Schiff wird inzwischen beladen und repariert. Ein Kolben von sieben muss gewechselt werden, aber Ersatz ist an Bord. Das Auslaufen verzögert sich um einige Stunden. Ein Ehepaar aus Frankreich mit Wohnmobil steigt noch zu, damit ist die Gruppe der Passagiere vollständig.

Beschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:klein 2:21_resize.JPGBeschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:verkleinert neu:64 .JPGBeschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:klein 2:25_resize Kopie.jpgDer neue Kapitän bestellt am 01. Sept. die Passagiere zu einer Zusammenkunft, bedauert im Namen von Grimaldi die Unannehmlichkeiten, die wir hatten, hebt alle Verbote wieder auf,  spendiert eine 3 l Wodkaflasche. Es gibt Wein, und das Essen wird von Tag zu Tag besser. Die Stimmung steigt.
Was macht man, wenn man viel Zeit hat nichts zu tun? Im Sportraum Fahrrad fahren und Tischtennis spielen. Spanisch lernen, lesen und für Per natürlich endlich ungestört am Computer sitzen Zwischen Gran Canaria und Teneriffa sehen wir Delphine springen und Wale ihre Fontänen blasen. Durchs Fernglas sieht man ihre glänzenden dunklen Körper durchs Wasser gleiten.

Beschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:klein 2:22_resize.JPGAm Heck des Schiffes gibt es einen Sitzbereich mit Pool für die Passagiere, und als wir die Kanaren passiert haben, wird er gefüllt.

Am Sonnabend ist Grillfete: Garnelen, Oktopus, Hühnerschenkel, Schweinekamm, Grillkartoffeln, div. Salate. Danach sind wir eingeladen zum Karaoke bei den Philippinos in deren Aufenthaltsraum – sehr laut, aber sehr fröhlich.

Die „Grande Africa“ ist eine betagte Dame. Mit 15 Jahren fangen die Reparaturen an, sie ist jetzt 17. Plötzlich ist „Maschin kapuut“, kompletter Stillstand, die Bord-Mechaniker machen Reparaturversuche. Immerhin fahren wir später wieder, aber wieder nur mit sechs Zylindern. Langsam geht’s weiter nach Dakar. Die Ankunft verzögert sich um zwei Tage auf den 09. September.

Beschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:klein 2:29_resize.JPGWichtige Information vom 1. Offizier. Noch ein Zylinder ist nicht an Bord und in Dakar gibt’s keinen Ersatz. Er soll nach Conakry geliefert werden, der Hauptstadt von Guinea. Es ist der unsicherste Hafen, den wir auf der Überfahrt anlaufen.

Sonderbericht aus aktuellem Anlass am 08. Sept. um 18 h

Die meisten Passagiere sitzen im oder am Pool, es ist heiß, noch fast 400 Kilometer bis Dakar. Plötzlich schrecken wir auf – gigantische schwarze Rauchwolken steigen mit lautem Getöse aus dem Schornstein, sinken runter bis zu uns, hüllen uns ein, lagern über dem Wasser. Es stinkt, wir flüchten unter Deck. Die Maschinen stehen, dann fällt der Strom aus. Was jetzt?

19.40 h. Der Strom funktioniert wieder und damit auch Licht und Klimaanlagen. Anscheinend sind nur wir beunruhigt. Der Kapitän macht an Deck seine Gymnastik, der erste Offizier meint, die Mechaniker würden das schon in den Griff kriegen, unser Stewart serviert um 18.30 h wie gewohnt das Essen: Moussaka, Salat, Schweinenackensteaks und Schokoladenpudding. Von der Mannschaft bleiben alle völlig cool,  solche Situationen hätten sie schon oft erlebt. Angeblich hat ein defekter Generator die Hauptmaschine außer Betrieb gesetzt. Langsam driftet das Schiff führungslos ab.

21.25 h. Wir, die Passagiere, sitzen an Deck und schwanken zwischen Horrorphantasien (Was tun, wenn die Maschine endgültig versagt und wir in Dakar das Schiff verlassen müssen?) und Euphorie: Der Abend könnte nicht schöner sein. Am HimmBeschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:klein 2:DSC_7883_resize.JPGel sind ein paar Wolken und ein leichter Schleier, hinter dem die Sonne dekorativ untergeht. Die Wolken leuchten in zarten Farben von rosa über blassblau bis lila. Eine leichte Brise kühlt angenehm, das Schiff driftet von Wind und Wellen getrieben in irgendeine Richtung, aber jedenfalls nicht in die gewünschte.

Ein Philippino hat Geburtstag, es wird  lautstark und anscheinend völlig unbekümmert gefeiert.

09.09.  Wir treiben noch immer manövrierunfähig auf dem Atlantik, etwa 180 Kilometer von  der Küste Mauretaniens entfernt. Der 1. Offizier informiert uns: Es ist ein elektrisches Problem. Don’t worry.  Um 11 h geht es tatsächlich weiter, noch 380 Kilometer bis Dakar.

Aber wer zu spät kommt…..Unser Liegeplatz im Hafen ist besetzt, d.h. für die nächsten 24 Stunden auf Reede gehen (in Warteposition ankern). Im Hafen kann immerhin vom eingeflogenen Spezialisten die Elektrik repariert werden, aber ein Zylinder ist weiter außer Betrieb, d.h. statt 7 Zylinder nur noch 6 - daher keine volle Leistung.

Beschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:klein 2:27_resize.JPGNach einem Tag und etlichen Containern mehr geht’s weiter Richtung Conakry (Guinea). Wieder Alltag an Bord: Schlafen, essen, im Pool abhängen, lesen, Tischtennis spielen, über‘s Meer schauen.

Mit der „rasanten Geschwindigkeit“ von 8 Knoten (15 km/h) rauschen wir weiter. Noch 70 Kilometer bis Conakry. Neue Info vom 1. Offizier. Um 13 h kurzer Maschinenstop zwecks Reparatur. Warum? Keiner sagt es. Jetzt ist es 17 h,  die Maschine steht noch immer. Der Wind treibt uns mit 6 km/h Richtung Norden.  Wir sind in unsicheren Gewässern. Weitere Info des Offiziers: „Sollten Piraten an Bord kommen, keinen Widerstand leisten!“ An Deck patrouillieren Crewmitglieder, alle Türen nach außen sind abgeschlossen. C-Rohre sind als Wasserwerfer installiert.

Beschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:klein 2:28_resize.JPGAber alles wird gut. Am 15. Sept. laufen wir morgens in Conakry ein, die Rampe geht runter, das Ausladen der Autos geht los. Viele Farbige kommen dazu an Bord - die Menschen hier sind arm, sie können alles gebrauchen. Auf Anraten der Crew bewachen wir unsere Autos. Alle zwei Stunden ist Wachwechsel, Per und ich sind von 14 bis 16 h dran. Die Luft hier unten auf Deck 6 (es gibt insgesamt 12) ist stickig und heiß, die Abgase der herausfahrenden Autos tragen nicht wesentlich zur Luftverbesserung bei. Am Ende unserer „Wache“ ist alles raus, was von unserem Deck auszuladen war. Ein großes Gittertor wird zugeschoben und verschlossen, weitere Wachen sind nicht nötig. Von den anderen Decks wird weiter entladen, und die Kräne befördern die ganze Nacht Container von und an Deck. Was für ein Lärm! Schlaf geht nur mit Ohropax.

Am nächsten Morgen laufen wir aus. Aber was ist mit dem Wetter los? Der Himmel ist schon seit vorgestern grau, und heute regnet es heftig.

Noch am selben Abend könnten wir in Freetown (Sierra Leone) sein. Aber wenige Meilen vor der Stadt dreht der Kapitän stramm von der Küste ab raus auBeschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:verkleinert:40_resize.JPGfs offene Meer. Vermutlich ist in dem kleinen Hafen kein Platz frei. Ankern ist auch hier zu gefährlich. Erst am nächsten MorgBeschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:klein 2:34_resize Kopie.jpgen fahren wir zum Hafen, dümpeln davor herum, weil der Käpt’n auf den Lotsen warten muss. Der lässt sich Zeit und kommt eine Stunde zu spät in einem Boot, das nur noch der Rost zusammen zu halten scheint.

Freetown liegt wunderschön eingebettet in grünen Hügeln, an deren Hängen sich Häuser hoch ziehen. Direkt am Wasser wird der Müll abgekippt. Für die Ärmsten der Armen eine Art Landgewinnung. Hier stehen ihre Hütten, freetein Leben in einem für uns fast unvorstellbaren Elend. Am Nachmittag reißt der Himmel auf, bei Ebbe wird ein Stückchen Erde frei, Kinder spielen und baden neben den Schweinen, die nach Essbarem suchen.

Beschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:verkleinert:37_resize.JPGBeim Abladen sehen wir: Hier wird Europa seine Schrottautos los. Ein LKW voll mit völlig abgefahrenen Reifen geht ebenso von Bord wie ausrangierte Schulbusse. Alles anscheinend noch gut genug für Afrika. Wenn die alten Kisten nicht anspringen, werden sie von einem kleinen „Bugsierer“ geschubst. Wenn die Reifen platt sind, fährt man eben auf den Felgen runter.

 

 

taufetaufe2Beschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:klein 2:51_resize.JPG

 

 

 

 

 

Am nächsten Morgen wieder bei Regen Richtung Äquator. Die deutlich mit roten Bojen gekennzeichnete Linie ;-)) queren wir am 20. Sept. um 8.27 h. Es ist Sonntag, ein guter Tag für die Äquatortaufe, denn die Crew hat nachmittags frei. An Deck wird der Taufparcour  aufgebaut. Die Täuflinge werden mit Ölschmiere bemalt, müssen dann auf allen Vieren durch Rettungsringe krabbeln und werden dabei aus zwei C-Rohren kräftig gewässert. Die innere Reinigung mit einem ekligen Getränk darf nicht fehlen, ehe Neptun (der hübsch verkleidete Per) sie in sein Reich aufnimmt. Per hat für jeden eine Urkunde mit ihrem Fischnamen entworfen, die den neu Getauften von Thetis überreicht wird. Eine schöne junge Gefährtin hat Per hier an seiner Seite – sie hat nur einen Fehler, sie ist ein Philippino.  Die Sonne hat sich durchgesetzt, es gibt ein großes Barbecue, die philippinische Crew macht an Deck ihr Karaoke – big Stimmung.

Beschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:klein 2:67_resize.jpgBewaldete Berge und Sandstrände bieten eine großartige Kulisse bei der Einfahrt nach Vitória (Brasilien), unserem nächsten Hafen. Der leuchtend weiße Convento da Penha mit einer Kapelle von 1558 liegt 154 m hoch sehr dekorativ auf einem Hügel. Es gibt auch noch eine bekannte Schokoladenfabrik, aber ansonsten hat die Stadt nichts Spektakuläres zu bieten.

Beschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:klein 2:75_resize.JPGCopa- Copacabaaana, 8 gestandene ältere Herrschaften, 2 junge Philippinos und der Fahrer Beschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:klein 2:71_resize.JPGvon unserem Kleinbus singen falsch aber fröhlich den alten Gassenhauer in Rios Abendhimmel.

Beschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:klein 2:78_resize.JPGFast hätten wir gar nicht von Bord gehen können, mal wieder hatte die Grande Africa Verspätung. Statt um 7 h hat sie um 14 h am Pier in Rio festgemacht, und bis 16 h hat es gedauert, ehe wir los konnten. Natürlich steht zuerst der Corcovado mit dem Christo Redentor auf dem Programm. Die Anfahrt ist desillusionierend, das soll die schönste Stadt der Welt sein? Verwahrloste Häuser, Schmutz. Durch schmalste Gassen geht es steil aufwärts, das letzte Stück sogar mit der Rolltreppe. Dann sind wir auf 710 m Höhe zu Füßen der 38 Meter hohen und 1145 t schweren Statue. Aber das Wetter spielt überhaupt nicht mit. Schon bei der Anfahrt Beschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:klein 2:81_resize.JPGBeschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:klein 2:82_resize.JPGmit dem Schiff nach Rio lohnte sich das Fotografieren kaum, alles lag im Nebel. Hier oben sehen wir erst mal nur den Sockel,  der Christus ist mitten in den Wolken und natürlich gibt’s auch keine Spur von der berühmten Aussicht über die Stadt. An schönen Tagen kommen im Schnitt 5.000 Besucher, stundenlange Wartezeiten sind normal. Heute sind nur ein paar Dutzend Touristen mit uns oben. Ab und zu fegt ein Windstoß für Sekunden die Wolken weg, Christus schaut dann milde auf uns herab, Jubel bricht aus, Handys, Tabletts, Fotoapparate kommen zum Einsatz.

Es ist kalt und windig. Als auch uns einige Fotos gelungen sind, fahren wir wieder runter und machen dabei einen Stopp am Aussichtspunkt Dona Marta in 340 m Höhe.                             
Hier - unterhalb der Wolken und schon in der Dämmerung, jagt ein kalter Wind nur noch ein  paar Wolkenfetzen vorbei. Wir sehen Lichter, die nach und nach aufflammen und sind überwältigt von dem Blick über die phantastisch gelegene Stadt mit ihren Hügeln, Buchten und Stränden.

Beschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:verkleinert neu:88 .JPGWas ist Rio ohne eine Caipirinha? Also los –ab an den berühmtesten Strand, die 4,5 km lange  Copacabana. Seit 18 h ist es dunkel, das BBeschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:klein 2:84_resize.JPGadeleben ist vorbei, die Strandverkäufer packen ihre Sachen ein, aber in den „botecas“, den kleinen Freiluftbars, steppt noch der Bär. Bands spielen, es wird getrunken, gegessen, gelacht und ausgelassen getanzt. Bei ca. 25°C genießen wir gebackenen Maniok, brasilianische Würstchen und natürlich die beste Caipi der Welt. Ein paar Strandverkäufer sind noch immer unterwegs. Tücher, Hängematten, Ketten -  an so einem Tisch mit einem Dutzend Touris muss sich doch was verdienen lassen. Einer kommt mit  nachempfundenen Nummernschildern. Aufgeprägt sind die unterschiedlichsten (männlichen) Vornamen.  Martin, Peter - alles vertreten. Uns kann er bestimmt nichts verkaufen, lachend sagt Per seinen Namen. Ihr glaubt es nicht, der witzige Typ holt aus seinem Stapel Schilder eines mit „Per“ raus.

Beschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:verkleinert neu:90 .JPGEs ist alles so fröhlich, wir hätten in dieser warmen Nacht mit dem größten Vergnügen versacken können, aber unsere Zeit ist begrenzt. Unser Fahrer kutschiert uns noch durchs Zentrum. Hier ein modernes Gebäude, dort eine historische Kirche- in eine können wir hineinschauen, innen glänzt alles golden. Eine Hochzeitsgesellschaft der sichtlich Reichen schreitet zu dieser späten Stunde in das üppig geschmückte Innere.

Beschreibung: Macintosh HD:Users:Pepe:Desktop:Südamerika 3:Bilder Bericht:Schiffsmeldungen:verkleinert neu:94 .JPGNächste Station ist der Praca Floriano, Zentrum des modernen Rio. Was für ein schöner großzügiger Platz. In der Mittagspause und nach Büroschluss tobt hier das Leben, das jedenfalls sagt der Reiseführer. Man promeniert oder sitzt in einem der zahllosen Straßencafés. Aber auch jetzt, gegen 20 h,  ist noch viel los, vor allem vor dem Teatro Municipal, in dem gleich ein Konzert beginnt. 1905 erbaut, soll das Theater eines der schönsten Gebäude der Stadt sein.  Neoklassizistisch -  Säulen, farbige Fenster und viel Gold. Schade, dass wir nicht zur Vorstellung mir rein können, auch innen soll es prachtvoll sein. Aber wir müssen zurück zum Schiff.

Am 25. September hätten wir in Montevideo (Uruguay) ankommen sollen, heute ist der 29. und wir liegen vor Santos (Brasilien) auf Reede. Der Himmel ist seit Rio einheitlich grau, und die Stimmung sinkt. Alle wollen jetzt runter vom Schiff und endlich anfangen zu reisen. Aber die Gesellschaft hat die Route geändert. Nach Santos wird Zarate in Argentinien angelaufen und dann erst unser Ziel Montevideo, und zwar nach neuester Information erst am 08. Oktober. Nicht nur die Stimmung, auch das Wetter wird immer schlechter, Windstärke 7 und Regen, die Gischt spritzt bis an Deck (32 m hoch). Gerade geht’s in das Delta vom Rio de la Plata, als der Käpt’n mit Sekt und Whisky unterm Arm verkündet, dass es nun doch zuerst nach Montevideo geht. Nur der 1. Offizier macht ein bedenkliches Gesicht, denn er ist nicht sicher, ob bei dem Seegang das kleine Lotsenboot längsseits gehen kann, von dem der Lotse über die Jakobsleiter ins Schiff steigen muss. Nach mehreren Anläufen klappt das riskante Manöver. Am 03. Oktober gegen 23 h laufen wir nach 38 Tagen an Bord im Hafen von Montevideo ein.
Am nächsten Morgen klingelt um 6 h unser Bord-Telefon: Die Autos müssen bis 7 h an Land sein. Mit Textfeld: Die Daten der  MV  GRANDE AFRICA Flagge:      Gibraltar – Rufzeichen: ZDJO3 Länge:       214m          Breite:      32,25 Höhe:        55m            Tiefgang:  9,70m Maschine:  7 Zyl.    15540 kW/20839 PS Bugstrahl/Heckstrahl: 1500 kW/2000 PS Verbrauch:  50 000 l / Tag  Schweröl Trinkwasserproduktion: 12 000 l / Tag Strom:  2 Generatoren à   1200 kW 1 Wellengenerator:            1100 kW Hektik - knapp geschafft.

Dann dauert es noch zwei Stunden, ehe wir unserem Zuhause auf Zeit hinterher winken können.